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Projekte im Internet mit öffentlicher Beteiligung (Wikis, OnlineCommunities, OpenSource Projekte, ...) sollten nie als Experimente geführt, betrachtet oder bezeichnet werden. Ein Experiment hat eine ungewisse Perspektive und macht die Teilnehmer zu Versuchskaninchen, denen man jederzeit verkünden kann: "ah, jetzt ändern wir die regeln" oder "stop, das Spiel ist aus". Da mschen Leute normalerweise - außer aus Neugier oder Spieltrieb - nicht so gerne mit. Die Motivation zum "Experiment" kommt meist aus einer inneren Unsicherheit und dem Bedürfnis, sich gegen einen Misserfolg abzusichern. Der Begriff Experiment projiziert Schatten dieser Unsicherheit und des möglichen Misserfolges, die kontraproduktiv sind.
Community-Projekte im Internet werden manchmal als Experimente durchgeführt. Obwohl gegen Experimente grundsätzlich nichts einzuwenden ist - manche sagen: nur im spielerischen Experiment lernt man - möchte ich mich auf dieser Seite gegen Experimente aussprechen, weil es die Erfolgschancen eines Projektes reduziert. -- HelmutLeitner

Verändert: 3c3,6
Natürlich soll ein Projekt, das ein Experiment ist auch als Experiment bezeichnet werden. Das ist nur ehrlich und fair gegenüber den Teilnehmern. Sie zu belügen wäre langfristig noch schlechter. Man sollte aber Wege suchen, ein Projekt mit einer nicht-experimenteller langfristigen Perspektive auszustatten, die den Teilnehmern eine positive Identifikation ermöglicht. Damit werden die Erfolgschancen wesentlich erhöht.
Beispiele:
* WikiTorial -- eine experimentelles Editorial zu Leitartikel der Los Angeles Times
* DseWiki:SpracheLava -- eine experimentelle Programmiersprache
* ...

Verändert: 5c8,15
-- HelmutLeitner 21. Juni 2005 10:38 CET
Vorteile eines Experiments:
* man kann es abbrechen, ohne das Gesicht zu verlieren

Nachteile eines Experiments:
* der Erfolgsdruck und damit die Erfolgschancen sind geringer
* viele Teilnehmer haben kein Interesse sich für ein (zeitlich begrenztes) Experiment herzugeben. Es fehlt der langfristig produzierte Wert.

=== Diskussion ===

Hinzugefügt: 7a18,24

HelmutLeitner: Vielleicht habe ich mich schlecht ausgedrückt. Als ehemaliger Naturwissenschaftler bin ich ein großer Fan von Experimenten, z. B. an Dingen (Steine fallen lassen; auch an Seiten oder Prozessen innerhalb von Communities). Es gibt auch einen Haufen Experimente im GründerWiki. Aber eben nicht Experimente an Menschen oder Communities. Man spielt besser gemeinsam mit Dingen (z. B. einem Ball) und nicht mit Menschen.

Die Gleichsetzung mit "voting is evil" finde ich auch nicht korrekt, denn das "Abstimmen" ist Teil von Entscheidungsprozessen und diese sind unvermeidlich. Ein Experiment ist jedoch immer willentlich veranstaltet und damit vermeidbar.

Außerdem sind die meisten Experimente unwissenschaftlich durchgeführt ("mach mer mal und schaum mer mal was dabei raus kommt") statt durch exakte Rahmenbedingungen und genaue Beobachtung und Protokollierung zu reproduzierbaren Ergebnissen und klaren Lerneffekten zu kommen.


Community-Projekte im Internet werden manchmal als Experimente durchgeführt. Obwohl gegen Experimente grundsätzlich nichts einzuwenden ist - manche sagen: nur im spielerischen Experiment lernt man - möchte ich mich auf dieser Seite gegen Experimente aussprechen, weil es die Erfolgschancen eines Projektes reduziert. -- HelmutLeitner

Beispiele:

Vorteile eines Experiments:
  • man kann es abbrechen, ohne das Gesicht zu verlieren
Nachteile eines Experiments:
  • der Erfolgsdruck und damit die Erfolgschancen sind geringer
  • viele Teilnehmer haben kein Interesse sich für ein (zeitlich begrenztes) Experiment herzugeben. Es fehlt der langfristig produzierte Wert.
Diskussion

MattisManzel 25. Juni 2005 23:19 CET: Der Seitentitel ist so falsch wie voting is evil auf meatball. Ohne Experimente, ohne zu spielen, bleibt die menschliche Kreatur dumm und ist nicht überlebensfähig.

HelmutLeitner: Vielleicht habe ich mich schlecht ausgedrückt. Als ehemaliger Naturwissenschaftler bin ich ein großer Fan von Experimenten, z. B. an Dingen (Steine fallen lassen; auch an Seiten oder Prozessen innerhalb von Communities). Es gibt auch einen Haufen Experimente im GründerWiki. Aber eben nicht Experimente an Menschen oder Communities. Man spielt besser gemeinsam mit Dingen (z. B. einem Ball) und nicht mit Menschen.

Die Gleichsetzung mit "voting is evil" finde ich auch nicht korrekt, denn das "Abstimmen" ist Teil von Entscheidungsprozessen und diese sind unvermeidlich. Ein Experiment ist jedoch immer willentlich veranstaltet und damit vermeidbar.

Außerdem sind die meisten Experimente unwissenschaftlich durchgeführt ("mach mer mal und schaum mer mal was dabei raus kommt") statt durch exakte Rahmenbedingungen und genaue Beobachtung und Protokollierung zu reproduzierbaren Ergebnissen und klaren Lerneffekten zu kommen.


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